Es gibt Stolpersteine, wenn man sein Geschäftsmodell vermehrt «online» ausrichten möchte. Diese können bei falscher Weichenstellung mit der Zeit grösser werden. Es lohnt sich, zu Beginn eines Webprojektes genügend Zeit in das Verfassen einer Anforderungsspezifikation und die Analyse der gesamten internen und extern angebundenen ICT-Infrastruktur zu stecken!

Nachfolgend ein paar Tipps zu viel diskutierten Themen:

Schnittstellen

Mit jeder Schnittstelle wachsen die Komplexität und der Wartungsaufwand. Gleichzeitig sinkt die Flexibilität in den Arbeitsabfläufen, da die Anzahl Abhängigkeiten steigt.

Meine Empfehlung: Schnittstellen nur da einsetzen, wo es keinen sinnvollen, anderen Lösungsansatz gibt. Dies ist meistens der Fall, wenn Daten mit Drittunternehmen ausgetauscht werden müssen.

Konvergente Lösungen

Konvergente Lösungen und Systeme (von spätlateinisch convergere «sich annähern, zusammenlaufen») haben zum Ziel, Prozesse zu vereinheitlichen und dadurch zu vereinfachen. Dies ist bspw. der Fall, wenn Sie ein ERP- und CRM-System nicht getrennt, sondern in derselben Applikation betreiben (Zugriff auf einen Adressstamm). Wenn Sie nun auch noch den Webshop oben drauf packen können, wäre dies ideal. Trotzdem ist in der Praxis jeder Fall einzeln zu betrachten und manchmal gibt es schlicht noch keine vernünftige, konvergente Lösung. Man denke nur, wie lange sich Telekommunikationsunternehmen in den vergangenen Jahren gewehrt haben (teilweise immer noch), den Unternehmen auf Modulen basierte Packages mit der Möglichkeit von All-in-Lösungen anzubieten.

Meine Empfehlung: Im Zweifelsfall eine bestehende Applikation austauschen, wenn diese Sie daran hindert, die Geschäftsprozesse zu konsolidieren und valable Alternativen von anderen Anbietern zur Verfügung stehen, die Ihren Anforderungen gerecht werden. Gerade cloudbasierte Produkte im Baukastensystem von innovativen Start-ups sind prüfenswert (Hauptvorteil: verwendete, moderne Technologien).

Performance, Datenschutz und Sicherheit

Hosting-Anbieter und Rechenzentren gibt es viele (auch viele Standorte). Da bei Webprojekten die ICT-Infrastruktur in der Regel ausgelagert wird, lohnt es sich, die in Frage kommenden Partner und deren Angebot genauer unter die Lupe zu nehmen. Transparenz bei den Dienstleistungen, ein verständliches SLA (Service Level Agreement) und ein angemessenes Datenschutz- und Sicherheitskonzept sind wichtige Faktoren bei einer ausgereiften Entscheidungsbildung.

Meine Empfehlung: Papier ist geduldig! Eine Besichtigung vor Ort und das Testen einer bereits vorhandenen Installation im produktiven Betrieb gibt genauer Aufschluss darüber, was Sie erwarten können. Insbesondere bei der gewünschten Performance (Ladezeit) oder bei einem Serviceunterbruch kann es zu Überraschungen kommen.

Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence)

Was vor Jahren für viele nicht fassbar war, ist in einigen Bereichen unseres Alltags bereits angekommen: Autonomes Fahren und Google Maps sind nur zwei Stichwörter. «Künstliche Intelligenz» ist auch bei Web-Strategien zu berücksichtigen. Wo und wie können mich die neuen Technologien unterstützen? Welche Dienstleistungen werden künftig noch vom Menschen erbracht und bei welchen kommt bspw. Deep Learning zum Einsatz? Lohnt es sich einen eigenen Online-Shop für seine Produkte zu betreiben oder fokussiert man besser die altbewährte B2B-Strategie?

Meine Empfehlung: Sie sollten sich des exponentiellen Wachstums bei diesen Entwicklungen bewusst sein, realistische Szenarien für Ihre Branche ausarbeiten und entsprechende Massnahmen vorbereiten.

In folgendem Video mit Ranga Yogeshwar (Künstliche Intelligenz – Was bringt die Zukunft?) wird das Thema von einem philosophischen Blickwinkel betrachtet.