Ob beruflich oder privat: Wir alle möchten als eigenständige Person mit all ihren Facetten wahrgenommen werden. Die aktuelle COVID-Situation ist ein Treiber der digitalen Transformation. Gleichzeitig wird das «Social Distancing» aus Überlegungen der Gesundheit und des Schutzes der vulnerablen Gruppen immer wichtiger. Beide Entwicklungen zwingen uns, vermehrt Abgrenzung zu üben. Um sich in andere Menschen einzufühlen, benötigt es aber eine gewisse emotionale Öffnung. Dies fällt den meisten in dieser schwierigen Zeit verständlicherweise von Tag zu Tag schwerer.

Gerade jetzt sollten wir zusammenhalten und unseren Mitmenschen zeigen, dass wir füreinander da sind. Aufgrund der Überforderung auf verschiedenen Ebenen, machen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter häufiger Fehler bei der Arbeit. Ich stelle in laufenden Projekten fest, dass Geduld und Verständnis als Tugend viel zielführender sind, als «Druck» auszuüben. Wann sollen wir das lernen, wenn nicht jetzt?

Die meisten von uns werden zum zweiten Mal aufs Heftigste ausgebremst. Andere wiederum wie bspw. das Pflegepersonal der Spitäler müssen um Hilfe rufen, um die hohe Arbeitsbelastung bewältigen zu können. Wie wäre es, wenn wir ab sofort folgende Grundhaltung einnehmen würden?

  1. Danke all jenen sagen, die sich tagtäglich um unsere Gesundheit kümmern
  2. Die Chance für ein faires Miteinander im Wirtschaftsleben sehen und endlich versuchen, dieses «Ellenbögeln» abzulegen

Es klingt vielleicht utopisch und viele pflegen den Glaubenssatz, dass die Menschheit sowieso nicht aus ihren Fehlern lernt. Wollen wir diesen Pessimisten recht geben? Wir haben es in der Hand. Der Zeitpunkt ist reif für eine Umkehr der Denkweise. Als Unternehmensberater finde ich, dass kleine, nette Gesten im Berufsalltag genauso viel Wert sind wie im privaten Umfeld. Wir verbringen schliesslich einen grossen Teil unseres Lebens darin. Es ist ein Versuch wert, sich vermehrt in unser Gegenüber einzufühlen, auch bei der Arbeit!

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